An dieser Stelle machen wir etwas Ungewöhliches. Wir weisen unsere Besucher auf ein “can’t miss” in Sachen Fussballreisen hin. Eines meiner grossen Hobbys ist es, nach England, Italien oder Spanien zu reisen und dort das eine oder andere Fussballspiel live im Stadion zu sehen. Daneben soll natürlich auch immer das Musikalische und Kulturelle nicht zu kurz kommen. Und wie ihr wisst, ist dies insbesondere in Sachen Brassbands in England möglich. Dies ist ein Grund, warum vor allem bei Fussballreisen England für mich immer die erste Wahl ist. Die anderen Länder kommen in der Regel für Fussballreisen nur dann in Frage, wenn ein Spiel in Madrid oder Barcelona auf dem Programm steht. In England schätze ich vor allem, dass es relativ einfach ist, mit dem richtigen Ticket Partner auch Tickets für Manchester, Liverpool, Arsenal oder Chelsea zu erhalten und es eine ganze Menge Brassbands in England gibt, die dauernd Konzerte haben. Solche Reisen lassen sich einfach gut, einfach kombinieren! Ich habe immer das Gefühl, zwei Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen. Die Seite, welche ich hier mit den Verknüpfungen empfehle, gibt einmalige Tipps (der Autor hat selber diverse Fussballreisen nach England unternommen), die für jeden Möchtegern-Matchbesucher in England unentbehrlich sind. Nicht nur die Tipps zu den Premier League Tickets, aber auch die Tipps in Sachen Mietauto oder ÖV, Anreise und Hotel sind wirklich gelungen. Zudem enthält dieses Fussballportal auch Fussball Landkarten, die bei der Reiseorganisierung die Arbeit einiges erleichtern. Wer vor hat, insbesondere nach England zu gehen, um Fussball zu sehen, sollte deshalb diese hier empfohlene Seite unbedingt durchlesen. Die Tipps auch zu den unteren Ligen in England sind Gold wert! Und wer gerne Super League Fussball in der Schweiz sieht, der wird mit dem Niveau der zweithöchsten Spielklasse in England mehr als zufrieden sein! Viel Spass mit soccermaps.info wünschen wir…
10. September 2011
Brass bedeutet Messing. Der Begriff lässt schon anklingen, welche Art von Instrumenten den Ton angeben. Brass Bands sind eine original englische Erfindung. Die Gründung der ersten Gruppen wird auf das Jahr 1830 zurückdatiert. Englische Bergleute schlossen sich zum Musizieren zusammen. Sie stiessen in ihrer Freizeit ins Horn, bliesen Saxophon oder Trompete und entlockten der Klarinette die schönsten Töne. Die Bosse der Bergwerksunternehmen sahen es gerne, wenn ihre Arbeiter sich musikalisch betätigten. Schliesslich erweiterte die Blaserei das Lungenvolumen. Aber eine Brass Band ist keineswegs mit einer Blaskapelle gleich zu setzen. Die britische Art der Blasmusik hat eine grosse emotionale Bandbreite. Die Musik kann auch einschmeichelnd klingen. Klarinette und Saxophon sind ja auch Instrumente, mit denen sich sehr gut Gefühle ausdrücken lassen. Sie korrespondieren auf besondere Weise mit dem Horn. Dazu kommt der Umstand, das englische Blech-Instrumente weicher klingen. Besonders an der Trompete im Vergleich zum englischen Kornett lässt sich dieser klangliche Unterschied feststellen.
Anfangs beschränkte das Repertoire sich auf bekannte Melodien aus Operetten. „Labour and Love“ heisst das erste Werk, das von Percy Fletcher für eine Brass Band geschrieben wurde. Weitere Stücke von verschiedenen Musikern folgten. Darunter auch solche von bekannten Komponisten wie Gilbert Vinter und Eric Ball. Besonders letzterer hat zahlreiche Werke für die Bläser geschrieben, die bis heute zu den Standards zählen.
Auch in der Schweiz versteht man es seit etwa 125 Jahren mit Horn, Saxophon, Trompete und Klarinette gefällige Blasmusik im Stile der englischen Brass Bands zu spielen. Außerhalb Großbritanniens ist die Schweiz sogar das einzige Land, wo Brass Bands sich tatsächlich etabliert haben. In Deutschland und in der Schweiz fristen Brass Bands eher ein Dasein am Rande.
Die Musiker der Brass Bands blasen aber nicht zur zum Spass Trompete und Saxophon. Wenn sie ins Horn stossen oder aus der Klarinette heiter-melancholische Töne hervorzaubern, dann geschieht das auch manchmal im gegenseitigen Wettbewerb. Ein wichtiges Forum für Brass Bands bietet die Stadt Montreux. Hier erklingen nicht nur Klarinette, Saxophon, Horn und Trompete zum Jazz Festival, auch für Brass Bands werden nationale und internationale Contents veranstaltet.
26. August 2011
Brassbands entstanden im England des 19. Jahrhunderts. Heute sind sie in weiten Teilen Europas und der Welt, besonders in der Schweiz und den Beneluxländern weit verbreitet. Blechblasinstrumente wurden schon länger für Kirchenmusik oder in Militärkapellen eingesetzt. In den 1840er und 1850er Jahren schlossen sich Arbeiter in den Kohlenbergbaugebieten zu ersten Brassbands zusammen. Massenproduktion hatte die Instrumente preiswerter gemacht, und technische Verbesserungen, insbesondere bei den Luftventilen, erleichterten das Spielen. Die Töne konnten zuverlässig und gleichmässig gehalten werden. Beim gemeinsamen Musizieren wurden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt, und es war eine willkommene Abwechslung zum harten Arbeitsalltag. Die Menschen glaubten, dass das Spielen eines Blasinstruments die Lungen kräftigt, und wollten damit berufsbedingten Erkrankungen vorbeugen.
Viele Firmen unterstützten die musikalischen Aktivitäten ihrer Belegschaften und bald bildeten sich betriebliche Kapellen. Die Arbeitgeber wollten damit verhindern, dass sich die Arbeiter in radikaleren Gruppen organisieren. Viele betriebliche Brassbands mit sehr alter Tradition existieren noch heute. Die Tredegar Town Band aus Wales führte schon 1849 den Umzug zur Eröffnung der Tredegar Iron and Coal Company an. Die 1917 gegründete Grimethorpe Collery Band bezeichnet sich als die berühmteste Bergwerksband der Welt. Sie erhielt nicht nur viele Auszeichnungen, sondern trat in Filmen auf, unter anderem 1996 in „Brassed Off“. Der Niedergang der Kohleindustrie bedeutete auch das Ende für viele Bands.
In der Heilsarmee waren Offiziere und Soldaten ab 1840 verpflichtet, ein Blechblasinstrument zu spielen. So entstanden in dieser Zeit viele neue Brassbands. Ihre Zahl um 1890 wird allein in England auf 15000 bis 20000 geschätzt.
Natürlich wollten all diese Bands bald ihr Können unter Beweis stellen. Ab 1850 fanden regelmässig Wettbewerbe statt, die bis heute einem strengen Reglement unterliegen. So müssen die Juroren in einem Verschlag sitzen, damit sie keinen Sichtkontakt zur Bühne haben und objektiv entscheiden. In Grossbritannien finden die Wettbewerbe auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene das ganze Jahr über statt. Ähnlich wie beim Fussball gibt es verschiedene Ligen. Speziell für die Interpretation durch Brassbands sind Werke der klassischen Musik adaptiert worden und viele Komponisten haben für die typische Besetzung eigene Stücke komponiert.
Die normale Besetzung einer Brassband besteht aus Soprankornett in Es, acht Kornetts in B, einem Repianokornett in B, Flügelhorn, drei Hörnern in Es, zwei Baritonen in B, zwei Euphonien in B, zwei Posaunen in B, Bassposaune, je zwei Tuben in Es und in B und drei Schlagzeugen.
13. Juli 2011