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Musikinstrumente in Brassbands

Brass bedeutet Messing. Der Begriff lässt schon anklingen, welche Art von Instrumenten den Ton angeben. Brass Bands sind eine original englische Erfindung. Die Gründung der ersten Gruppen wird auf das Jahr 1830 zurückdatiert. Englische Bergleute schlossen sich zum Musizieren zusammen. Sie stiessen in ihrer Freizeit ins Horn, bliesen Saxophon oder Trompete und entlockten der Klarinette die schönsten Töne. Die Bosse der Bergwerksunternehmen sahen es gerne, wenn ihre Arbeiter sich musikalisch betätigten. Schliesslich erweiterte die Blaserei das Lungenvolumen. Aber eine Brass Band ist keineswegs mit einer Blaskapelle gleich zu setzen. Die britische Art der Blasmusik hat eine grosse emotionale Bandbreite. Die Musik kann auch einschmeichelnd klingen. Klarinette und Saxophon sind ja auch Instrumente, mit denen sich sehr gut Gefühle ausdrücken lassen. Sie korrespondieren auf besondere Weise mit dem Horn. Dazu kommt der Umstand, das englische Blech-Instrumente weicher klingen. Besonders an der Trompete im Vergleich zum englischen Kornett lässt sich dieser klangliche Unterschied feststellen.
Anfangs beschränkte das Repertoire sich auf bekannte Melodien aus Operetten. „Labour and Love“ heisst das erste Werk, das von Percy Fletcher für eine Brass Band geschrieben wurde. Weitere Stücke von verschiedenen Musikern folgten. Darunter auch solche von bekannten Komponisten wie Gilbert Vinter und Eric Ball. Besonders letzterer hat zahlreiche Werke für die Bläser geschrieben, die bis heute zu den Standards zählen.
Auch in der Schweiz versteht man es seit etwa 125 Jahren mit Horn, Saxophon, Trompete und Klarinette gefällige Blasmusik im Stile der englischen Brass Bands zu spielen. Außerhalb Großbritanniens ist die Schweiz sogar das einzige Land, wo Brass Bands sich tatsächlich etabliert haben. In Deutschland und in der Schweiz fristen Brass Bands eher ein Dasein am Rande.
Die Musiker der Brass Bands blasen aber nicht zur zum Spass Trompete und Saxophon. Wenn sie ins Horn stossen oder aus der Klarinette heiter-melancholische Töne hervorzaubern, dann geschieht das auch manchmal im gegenseitigen Wettbewerb. Ein wichtiges Forum für Brass Bands bietet die Stadt Montreux. Hier erklingen nicht nur Klarinette, Saxophon, Horn und Trompete zum Jazz Festival, auch für Brass Bands werden nationale und internationale Contents veranstaltet.

26. August 2011

Was ist eine Brassband

Brassbands entstanden im England des 19. Jahrhunderts. Heute sind sie in weiten Teilen Europas und der Welt, besonders in der Schweiz und den Beneluxländern weit verbreitet. Blechblasinstrumente wurden schon länger für Kirchenmusik oder in Militärkapellen eingesetzt. In den 1840er und 1850er Jahren schlossen sich Arbeiter in den Kohlenbergbaugebieten zu ersten Brassbands zusammen. Massenproduktion hatte die Instrumente preiswerter gemacht, und technische Verbesserungen, insbesondere bei den Luftventilen, erleichterten das Spielen. Die Töne konnten zuverlässig und gleichmässig gehalten werden. Beim gemeinsamen Musizieren wurden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt, und es war eine willkommene Abwechslung zum harten Arbeitsalltag. Die Menschen glaubten, dass das Spielen eines Blasinstruments die Lungen kräftigt, und wollten damit berufsbedingten Erkrankungen vorbeugen.

Viele Firmen unterstützten die musikalischen Aktivitäten ihrer Belegschaften und bald bildeten sich betriebliche Kapellen. Die Arbeitgeber wollten damit verhindern, dass sich die Arbeiter in radikaleren Gruppen organisieren. Viele betriebliche Brassbands mit sehr alter Tradition existieren noch heute. Die Tredegar Town Band aus Wales führte schon 1849 den Umzug zur Eröffnung der Tredegar Iron and Coal Company an. Die 1917 gegründete Grimethorpe Collery Band bezeichnet sich als die berühmteste Bergwerksband der Welt. Sie erhielt nicht nur viele Auszeichnungen, sondern trat in Filmen auf, unter anderem 1996 in „Brassed Off“. Der Niedergang der Kohleindustrie bedeutete auch das Ende für viele Bands.

In der Heilsarmee waren Offiziere und Soldaten ab 1840 verpflichtet, ein Blechblasinstrument zu spielen. So entstanden in dieser Zeit viele neue Brassbands. Ihre Zahl um 1890 wird allein in England auf 15000 bis 20000 geschätzt.

Natürlich wollten all diese Bands bald ihr Können unter Beweis stellen. Ab 1850 fanden regelmässig Wettbewerbe statt, die bis heute einem strengen Reglement unterliegen. So müssen die Juroren in einem Verschlag sitzen, damit sie keinen Sichtkontakt zur Bühne haben und objektiv entscheiden. In Grossbritannien finden die Wettbewerbe auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene das ganze Jahr über statt. Ähnlich wie beim Fussball gibt es verschiedene Ligen. Speziell für die Interpretation durch Brassbands sind Werke der klassischen Musik adaptiert worden und viele Komponisten haben für die typische Besetzung eigene Stücke komponiert.

Die normale Besetzung einer Brassband besteht aus Soprankornett in Es, acht Kornetts in B, einem Repianokornett in B, Flügelhorn, drei Hörnern in Es, zwei Baritonen in B, zwei Euphonien in B, zwei Posaunen in B, Bassposaune, je zwei Tuben in Es und in B und drei Schlagzeugen.

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